PWP - Private Wealth Police
In Produktivität investieren: Ein neuer Blick auf Europas Unternehmen
24. September 2026

Produktivität beschreibt die Fähigkeit, mit vorhandenen Ressourcen mehr zu erreichen. Gerade in einem wirtschaftlichen Umfeld, das von strukturellen Veränderungen geprägt ist, kann sie damit zu einem wichtigen Faktor für Unternehmen und Investoren werden. Der Ansatz „Invest in Productivity“ macht Produktivität systematisch messbar und nutzt sie für die Auswahl europäischer Unternehmen.
Warum Produktivität an Bedeutung gewinnt
Unternehmen und Volkswirtschaften stehen vor Herausforderungen wie Deglobalisierung, demografischem Wandel, Dekarbonisierung und hoher Staatsverschuldung. Diese Entwicklungen können das Wirtschaftswachstum belasten und zugleich den Inflationsdruck erhöhen.
Gerade in einem solchen Umfeld rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie vorhandene Ressourcen effizienter eingesetzt werden können. Für Unternehmen kann höhere Produktivität bedeuten, mit Anlagen, Technologien, Kapital und Mitarbeitenden mehr Output zu erzielen. Damit können niedrigere Kosten, höhere Margen und stärkere Cashflows verbunden sein.
Das Triple Play der Produktivität
Der Produktivitätsansatz betrachtet das Thema aus drei Perspektiven:
- Die Wirtschaft: Produktivität als Antwort auf strukturelle Herausforderungen.
- Das Unternehmen: Produktivitätssteigerungen als möglicher Treiber für Wachstum, Margen und Cashflows.
- Der Investor: Produktivität als Faktor bei der Auswahl von Unternehmen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Unternehmen vorhandene Ressourcen effizient einsetzen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können.
Drei Dimensionen der Produktivität
Der Ansatz unterscheidet drei zentrale Produktivitätsfaktoren:
Asset-Produktivität
Wie effizient setzt ein Unternehmen Vermögenswerte, Technologien und Kapital ein?
Prozessproduktivität
Wie effizient sind Abläufe, Verfahren und operative Prozesse?
Resilienz
Wie widerstandsfähig ist ein Unternehmen gegenüber wechselnden wirtschaftlichen und marktbezogenen Rahmenbedingungen?
Entscheidend ist damit nicht nur Innovation. Der Ansatz verbindet die effiziente Nutzung von Assets mit produktiven Prozessen und der Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens.
Wie lassen sich produktive Unternehmen identifizieren?
Für die Aktienauswahl kommen quantitative Modelle zum Einsatz.
Für ein vordefiniertes Anlageuniversum wird eine sogenannte Produktivitätsgrenze – die Productivity Frontier – erstellt. Ziel ist es, Unternehmen zu identifizieren, die ihre vorhandenen Ressourcen besonders effizient einsetzen.
Dafür werden für Asset-Produktivität, Prozessproduktivität und Resilienz jeweils spezifische Input- und Output-Daten analysiert.
Ergänzt wird dieser Ansatz durch alternative Daten und wissenschaftlich fundierte Methoden. Die Auswahl erfolgt über einen Bottom-up-Ansatz ohne diskretionäres Eingreifen.
Vom europäischen Anlageuniversum zum Portfolio
Beim Productivity Funds – European Leaders beginnt der Investmentprozess mit einem europäischen Universum von mehr als 400 Unternehmen.
Der Selektionsprozess umfasst mehrere Stufen: Zunächst werden Unternehmen hinsichtlich ihrer Asset-Produktivität analysiert. Anschliessend folgen die Bewertung der Prozessproduktivität und der Resilienz sowie eine Fundamentalanalyse der ausgewählten Unternehmen. Am Ende steht ein Portfolio aus 30 Unternehmen. Die Fundamentalanalyse wird dabei durch AVERDAS und Factum AG überprüft.
Beispiel ASML: Produktivität durch Technologie
Wie Produktivität in der Praxis aussehen kann, zeigt das Beispiel ASML.
ASML ist ein weltweit führender Hersteller von Lithografie-Anlagen, die bei der Produktion von Mikrochips eingesetzt werden. Ein wesentlicher Produktivitätstreiber liegt in der Weiterentwicklung der EUV-Technologie.
Neue EUV-Generationen können den Durchsatz der Anlagen erhöhen. Gleichzeitig können Produktionsschritte reduziert, Durchlaufzeiten verkürzt und Kosten pro Chip gesenkt werden.
Das Beispiel verdeutlicht einen zentralen Gedanken des Produktivitätsansatzes: Entscheidend ist nicht allein, ob ein Unternehmen neue Technologien entwickelt oder einsetzt, sondern welchen konkreten Effizienzgewinn es daraus erzielen kann.
Produktivität statt reiner Innovation
Der Produktivitätsansatz unterscheidet sich von klassischen Innovationsstrategien.
Innovationsfonds investieren vorwiegend in Unternehmen, die technologische Innovationen früh an den Markt bringen. Produktivitätsfonds richten den Blick dagegen stärker auf Unternehmen, die Innovationen umsetzen und damit Produktivitätssteigerungen ermöglichen.
Die Produktivitätsführer werden anhand der drei Faktoren Assets, Prozesse und Resilienz bestimmt. Im Gegensatz zum Innovationsansatz spielt ein vorgelagerter Forschungs- und Entwicklungsfilter dabei keine Rolle.
Productivity Funds – European Leaders
Der Productivity Funds – European Leaders wurde im Juli 2026 lanciert und konzentriert sich auf europäische Unternehmen.
Das zugrunde liegende europäische Universum umfasst Large- und Mid-Cap-Unternehmen aus 15 Industrieländern und rund 400 Unternehmen.
Das Portfolio ist branchen- und länderübergreifend diversifiziert. Ein grosser Teil der Unternehmen stammt aus den Bereichen Gesundheitswesen, Finanzsektor, Technologie und zyklischer Konsum. Geografische Schwerpunkte liegen unter anderem in der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden.
Produktivität im Kontext der Private Wealth Police
Auch für die Vienna-Life ist dieser Investmentansatz im Zusammenhang mit der Private Wealth Police interessant. Der Productivity Funds – European Leaders -EUR-I ist bei der Vienna-Life als Investmentmöglichkeit verfügbar und kann innerhalb der Private Wealth Police eingesetzt werden.
Productivity Funds – European Leaders -EUR-I
ISIN: LI1551155305
Fazit: Produktivität als neuer Blickwinkel
Produktivität verbindet verschiedene Aspekte eines Unternehmens: den Einsatz von Kapital und Technologien, die Effizienz operativer Prozesse sowie die Fähigkeit, mit veränderten Rahmenbedingungen umzugehen.
Der Ansatz „Invest in Productivity“ macht diese Faktoren messbar und nutzt sie systematisch für die Auswahl europäischer Unternehmen.
Damit entsteht ein Investmentansatz, der nicht nur danach fragt, welches Unternehmen die nächste grosse Innovation entwickelt, sondern vor allem danach, welches Unternehmen vorhandene Ressourcen, Technologien und Prozesse besonders effizient einsetzen kann.
Für die Vienna-Life ergänzt der Productivity Funds – European Leaders das Spektrum an Investmentmöglichkeiten innerhalb der Private Wealth Police um einen weiteren Ansatz, der gezielt auf produktive und widerstandsfähige europäische Unternehmen setzt.
FAQ
Was bedeutet Produktivität im Investmentkontext?
Produktivität beschreibt, wie effizient ein Unternehmen vorhandene Ressourcen einsetzt und daraus wirtschaftlichen Output erzielt.
Welche Faktoren werden bei der Analyse berücksichtigt?
Der Ansatz unterscheidet drei Bereiche: Asset-Produktivität, Prozessproduktivität und Resilienz.
Wie werden Unternehmen ausgewählt?
Über quantitative Modelle wird eine Produktivitätsgrenze bestimmt. Unternehmen werden anhand spezifischer Input- und Output-Daten analysiert und miteinander verglichen.
Worin unterscheidet sich der Produktivitätsansatz von einem Innovationsfonds?
Innovationsstrategien konzentrieren sich stärker auf Unternehmen, die neue Technologien entwickeln und früh an den Markt bringen. Der Produktivitätsansatz fokussiert Unternehmen, die Technologien und andere Ressourcen besonders effizient einsetzen.
Risikohinweis: Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Erträge. Der Wert von Anlagen und die daraus resultierenden Erträge können steigen und fallen; Anleger können bei ihren Anlagen Geld verlieren.
Weitere Informationen unter Averdas | Invest in Productivity
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