PWP - Private Wealth Police
Gold, Bitcoin und Rohstoffe: Neue Portfoliobausteine im geopolitischen Wandel
1. Juni 2026
Steigende Schuldenstände, hartnäckige Inflationsrisiken und eine zunehmend fragmentierte Weltordnung verändern das wirtschaftliche Umfeld nachhaltig. Klassische Anlagekonzepte – allen voran das traditionelle 60/40-Portfolio – geraten dadurch unter Druck. Immer mehr Anleger suchen deshalb nach Wegen, ihr Vermögen langfristig gegen Kaufkraftverlust und geopolitische Unsicherheit abzusichern. Genau hier rücken reale und nicht-inflationierbare Werte wie Gold, Rohstoffe und digitale Assets wieder in den Fokus.
Gold gewinnt seine monetäre Rolle zurück
Gold erlebt derzeit eine bemerkenswerte Renaissance als monetärer Wertspeicher. Treiber sind Rekordkäufe der Zentralbanken, geopolitische Spannungen und ein schleichender Vertrauensverlust in ungedeckte Papierwährungen.
Wie groß dieser Vertrauensverlust ausfällt, zeigt ein nüchterner Langfristvergleich: Seit dem ersten In Gold We Trust-Report im Mai 2007 haben US-Dollar und Euro – gemessen in Gold – dramatisch an Kaufkraft verloren: der USD um 85,3 %, der Euro sogar um 87,4 % (Quelle: In Gold We Trust-Report 2026). Anders formuliert: Wer 2007 sein Vermögen in Gold statt in Bargeld hielt, hat dem Kaufkraftschwund schlicht zugesehen, anstatt ihn zu erleiden.
Auch die Wertentwicklung spricht eine deutliche Sprache. Seit 2007 legte Gold im Schnitt um gut 10 % (in USD) bzw. rund 11 % (in EUR) pro Jahr zu; allein 2025 betrug das Plus 64,4 % in US-Dollar (44,9 % in Euro). In der großen Mehrheit der Jahre seit 2007 schloss Gold in Euro im Plus – die Trefferquote liegt bei rund 85 %.
Zentralbanken kaufen – und hören nicht auf
Besonders aufschlussreich ist das Verhalten der Notenbanken. Seit 2010 haben sie rund 9.700 Tonnen Gold akkumuliert, davon mehr als 4.000 Tonnen allein zwischen 2022 und 2025. Im Jahr 2025 kauften die Zentralbanken 863 Tonnen im Wert von rund 95,2 Mrd. USD – gemessen am Geldwert ein neues Allzeithoch. Im ersten Quartal 2026 kamen netto weitere 244 Tonnen hinzu.
Zur Einordnung: Zwischen 2010 und 2021 lagen die jährlichen Käufe im Schnitt bei lediglich 473 Tonnen. Laut dem „Central Bank Gold Reserves Survey 2025“ des World Gold Council erwarten rekordverdächtige 95 % der befragten Notenbanken weiter steigende Goldreserven. Gold ist für viele Zentralbanken damit kein passives Reserveasset mehr, sondern ein aktiv gemanagtes Bilanzinstrument – eine Form der „stillen Remonetarisierung“.
Schulden und Inflation als struktureller Rückenwind
Die weltweite Gesamtverschuldung wächst seit Jahrzehnten deutlich schneller als die Wirtschaftsleistung, während die Zinskosten der Staaten spürbar steigen. Dieses Umfeld erhöht den politischen Anreiz, Schulden über höhere Inflation und finanzielle Repression real zu entwerten. Für Sparer ist das eine schlechte, für reale Vermögenswerte eine gute Nachricht: Gerade in einem solchen Regime gewinnen Sachwerte wie Gold, Rohstoffe und Substanzwerte an relativer Attraktivität.
Rohstoffe vor dem Comeback
Neben Gold rücken auch Rohstoffe wieder in den Vordergrund. Bemerkenswert: Der breite Rohstoffkomplex ohne Edelmetalle (BCOM ex Precious Metals) ist erst Anfang 2026 – nach einer fast dreijährigen Konsolidierung – nach oben ausgebrochen. Die Edelmetalle waren damit die Vorreiter; Energie, Industriemetalle und Agrarrohstoffe könnten nun folgen.
Aus Bewertungssicht erscheinen Rohstoffe weiterhin historisch günstig. Das Verhältnis von S&P GSCI (Total Return) zum S&P 500 notiert deutlich unter seinem langfristigen Median von 3,87 (seit 1970). Relativ zu Aktien sind Rohstoffe damit so billig wie zuletzt um die Jahrtausendwende – also kurz vor dem letzten großen Rohstoff-Superzyklus. Hinzu kommt: Energie und Grundstoffe machen zusammen weniger als 6 % des S&P 500 aus. Schon moderate institutionelle Umschichtungen in reale Werte könnten daher überproportionale Kursbewegungen auslösen.
Bitcoin als Ergänzung – nicht als Ersatz
Auch Bitcoin kann ein Baustein moderner Portfolios sein. Im In Gold We Trust-Report wird Bitcoin nicht als Konkurrent von Gold, sondern als komplementäres, digitales und nicht-inflationierbares Asset eingeordnet. Interessant ist insbesondere die Kombination aus physischen Edelmetallen und digitalen Werten. Aufgrund der höheren Schwankungsbreite eignet sich Bitcoin jedoch nur als Beimischung innerhalb einer ausgewogenen Strategie – als Würze, nicht als Hauptgang.
Vom klassischen 60/40 zum „neuen 60/40“
Damit stellt sich die Frage, ob das klassische 60/40-Portfolio aus 60 % Aktien und 40 % Anleihen noch zeitgemäß ist. Die Incrementum AG hat dazu bereits 2024 ein „neues 60/40-Portfolio“ vorgestellt. Es behält die wachstumsorientierte 60 %-Basis (45 % Aktien, 15 % Anleihen) bei, verteilt die defensiven 40 % aber bewusst auf reale Werte:
- 15 % Sicherheitsgold (physisches Gold)
- 10 % Performance-Gold (Silber, Minenaktien)
- 10 % Rohstoffe
- 5 % Bitcoin
Der Praxistest fällt deutlich aus: Seit der Vorstellung im Mai 2024 legte das neue 60/40-Portfolio bis Mai 2026 um 52,9 % zu, das klassische 60/40 hingegen nur um 27,3 % – eine Outperformance von rund 25 Prozentpunkten in 24 Monaten (Quelle: In Gold We Trust-Report 2026).
Dass dieser Gedanke längst im Mainstream angekommen ist, zeigt ein Blick auf die Wall Street: Morgan Stanley propagiert mittlerweile ein „60/20/20“-Portfolio mit 20 % Goldgewichtung – vor wenigen Jahren wäre das noch als Goldbug-Folklore belächelt worden. Strukturell bleibt Gold dennoch unterrepräsentiert: Dem globalen Finanzvermögen von rund 312 Bill. USD stehen lediglich etwa 8,6 Bill. USD privat gehaltenes Gold gegenüber – ein Anteil von nur 2,7 %.
Die Fondsstrategien der Incrementum AG im Überblick
Die Liechtensteiner Fondsboutique Incrementum AG bietet mehrere spezialisierte Strategien im Bereich Gold, Rohstoffe und alternative Investments an. Ein Überblick über die Investmentfonds:
- Incrementum Active Commodity Fund
- Incrementum Active Gold Fund
- Incrementum All Seasons Fund
- Incrementum Crypto Gold Fund
- Incrementum Digital & Physical Gold Fund
- Uranium Resources Fund
Die Fonds verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte – von Edelmetallen und Rohstoffen bis hin zur Kombination aus physischem Gold und digitalen Assets.
Vienna-Life setzt auf reale Werte
Auch die Vienna-Life verfolgt mit dem GoldInvest Plus Fund (ISIN LI0038980699) einen Ansatz, der auf reale Werte und Edelmetalle fokussiert ist. Der Fonds investiert gezielt im Edelmetallbereich und ermöglicht Anlegern, an langfristigen Entwicklungen im Goldmarkt teilzuhaben.
Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit und erhöhter Inflationsrisiken gewinnen solche Strategien an Bedeutung. Für viele Anleger bleibt Gold ein zentraler Baustein zur Diversifikation und zum langfristigen Vermögensschutz.
Zum Report: Der aktuelle In Gold We Trust-Report 2026 trägt den Titel „Back to the Monetary Future“ und beleuchtet – mittlerweile in 20. Auflage – die Zukunft des Geldsystems sowie aktuelle Entwicklungen rund um Gold, Rohstoffe und digitale Assets. Den vollständigen Report gibt es kostenlos zum Download.
FAQ
Warum gilt Gold als Inflationsschutz?
Gold hat sich über Jahrtausende als monetärer Wertspeicher etabliert. Entscheidend ist seine Knappheit: Der oberirdische Goldbestand wächst nur um rund 1,8 % pro Jahr und lässt sich – anders als Papiergeld – nicht beliebig vermehren. Während Notenbanken die Geldmenge faktisch per Knopfdruck ausweiten können, ist die Goldförderung an geologische Realitäten gebunden. Deshalb wird Gold besonders in inflationären oder wirtschaftlich unsicheren Phasen als stabiler Wertspeicher geschätzt.
Welche Rolle spielen Rohstoffe im Portfolio?
Rohstoffe können ein Portfolio breiter aufstellen und Risiken streuen, da sie sich häufig unabhängig von Aktien- und Anleihemärkten entwickeln. In einem inflationären Umfeld zählten sie historisch zudem zu den besseren realen Wertspeichern.
Ist Bitcoin eine sinnvolle Ergänzung für Anleger?
Viele Investoren betrachten Bitcoin als digitale Ergänzung zu klassischen Sachwerten. Aufgrund der hohen Volatilität sollte er jedoch nur als Beimischung innerhalb einer ausgewogenen Anlagestrategie eingesetzt werden.
Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung sowie kein Angebot bzw. keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Quellen: In Gold We Trust-Report 2026 „Back to the Monetary Future“, Incrementum AG; World Gold Council.
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